ToleranzKreuz


Das ToleranzKreuz vor dem Arent-Rupe-Haus ist von dem Dortmunder Künstler Jan Köthe.
Im Jahr 2004 erhielt die Gemeinde das Kreuz als Geschenk von der Familie Peters / Schmitt-Peters. Sie hatte viele Jahre die Villa an der Flughafenstraße bewohnt und das Grundstück an die Gemeinde verkauft.
Das Geschenk der Familie Peters / Schmitt-Peters war eins der besonderen Art. Der Kirche ein Kreuz zu schenken ist überhaupt nicht ungewöhnlich, solch ein Kreuz allerdings ist es durchaus.
Denn an diesem Kreuz fängt das Nachdenken an. Oder das Stolpern. Oder die Überraschung. Vielleicht auch ein Aha-Erlebnis.
Der blanke Edelstahl leuchtet geradezu und strahlt weit. Das Material drückt Stäke aus und unglaubliche Festigkeit. Und gleichzeitig zeigt es Biegungen und Knicke, die den Betrachter / die Betrachterin ansprechen.
„Das Kreuz strahlt Wärme aus“, sagte ein junger Mann, und das trotz des „kalten Materials“. Wer die beabsichtigte Aussage nachempfinden will, kann sich einfach mal daneben stellen und dieselbe Haltung einnehmen, die im Kreuz zu sehen ist. Dann ist etwas von der Geste zu spüren, die einladen will. „Wie ein Vater oder eine Mutter, die da steht und dem Kind zuruft: ‚Komm in meine Arme’“, sagt eine jugendliche Betrachterin.
Hart und weich zugleich, das sind sicher auch Eigenschaften der Toleranz.
Der Dortmunder Künstler Jan Köthe hat dieses Kreuz nach dem 11. September 2001 ergestellt. Das große Erschrecken nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York hat Angst und Panik ausgelöst. Und bei vielen auch Härte.
Das Kreuz aber steht für „Frieden auf Erden“, steht für Versöhnung unter den Menschen. Zugleich wissen wir alle, dass im Zeichen des Kreuzes unbarmherzige Kriege geführt wurden. Das soll und darf sich nicht wiederholen.
Denn die Botschaft Gottes für diese Welt und für die Menschen, die auf ihr leben, ist die von Frieden und Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit. Nur im Miteinander, im Dialog, im gegenseitigen Respekt liegen die Elemente für gelingendes Leben.
So ist das ToleranzKreuz ein Zeichen und zugleich eine Mahnung, standfest zu sein und gleichermaßen zugewandt zu bleiben. Ein klare Position zu vertreten und zugleich nachdenklich zu bleiben und duldsam zu sein. Tolerare ist lateinisch und bedeutet: aushalten, ertragen.
Toleranz als Zeichen gegen jede Intoleranz auch in unserem Land, gegen Führermentalität und Menschenverachtung.

Das Hinweisschild, das am Arent-Rupe-Haus angebracht wurde, führt die Gedanken des Künstlers aus und kann hilfreich sein auf einem Weg der Toleranz – oder zu den ersten Schritten auf diesem Weg.

ToleranzKreuz
 Jan Köthe
 2001 Edelstahl


Die Wahrheit ist nicht
das ausschließliche Eigentum
einer einzelnen Schrift.
Die Forderung der Zeit
ist nicht eine einzige Religion,
sondern die gegenseitige Achtung
und Duldsamkeit der Anhänger
aller Religionen.
(Mahatma Gandhi)

Das ToleranzKreuz ist entstanden im Novem­ber 2001 unter dem Eindruck der Ereignisse des 11. Septembers in New York. Es will ver­standen werden als Zeichen der gegenwärtig dringlichen Notwendigkeit eines offenen Dia­logs mit anders Denkenden.
Dieses Kreuz ist in der Abstraktion der Kunst ein Mensch mit offenen Armen – weltoffen; offen für alle Menschen, mit dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Religionen.